Fernleitung Oberweser

Das Projekt

Im Werk Werra können rund 30 Prozent der unter Tage gewonnenen Rohstoffe als Endprodukt genutzt werden. Der Rest ist Rückstand. Diese Rückstände, die in fester und in flüssiger Form anfallen, können nicht wirtschaftlich sinnvoll genutzt werden und müssen entsorgt werden. Ohne ausreichende Entsorgungsmöglichkeiten ist Kalibergbau deshalb nicht möglich.

In den zurückliegenden Jahren hat K+S die Auswirkungen auf die Umwelt durch erhebliche Investitionen in neue und verfeinerte Verfahren bereits drastisch reduziert. Weitere Verbesserungen werden angestrebt und werden zur Zeit in anspruchsvollen Projekten umgesetzt.

Wie wird entsorgt?

Nirgendwo auf der Welt gibt es eine rückstandsfreie Kaliproduktion. Nach Stand der Technik werden die flüssigen Rückstände in Oberflächengewässer sowie in geeignete geologische Formationen im Untergrund eingeleitet.

Aktuell führt K+S umfangreiche Prüfungen von Entsorgungsverfahren direkt im Kalirevier durch (unter anderem die sogenannte „Einstapelung“ von flüssigen Rückständen unter Tage. Diese Prüfung ist ein wichtiger und fester Bestandteil des sog. Masterplan Salzreduzierung.). Ergebnisse werden für 2018 erwartet.

Warum eine Pipeline an die Weser?

Für den Fall, dass die Einstapelung von großen Mengen flüssiger Rückstände unter Tage nicht im gewünschten Umfang möglich sein wird, müssen rechtzeitig Alternativen vorbereitet werden, um einen geeigneten Entsorgungsweg nutzen zu können. Eine solche alternative Option ist eine Pipeline, die einen Teil der Salzabwässer vom Kalirevier an der Werra zur Oberweser bringt und dort einleitet. Auch diese Option wird gegenwärtig geprüft. Die dafür nötigen Genehmigungsverfahren wurden begonnen.

Wichtig: Sollten die Überprüfungen anderer Verfahren erfolgreich sein, wird keine Pipeline an die Oberweser gebaut werden. Schon aus Kostengründen – denn die Baukosten hierfür betragen rund 240 Millionen Euro.

Also müssen die Genehmigungsverfahren für eine Fernleitung jetzt – parallel zur Prüfung der Einstapelung unter Tage – begonnen und zügig durchgeführt werden, denn sie dauern mehrere Jahre. Geschieht dies nicht, könnte es passieren (nämlich dann, wenn die Prüfung der anderen Entsorgungsverfahren nicht erfolgreich ist), dass spätestens ab 2021 keine ausreichende Entsorgung der Rückstände mehr möglich ist.

Korridor- und Trassenwahl

Die Festlegung der Korridore für Fernleitungen erfolgt nach gesetzlich geregelten Kriterien. Dazu gehören unter anderem Aspekte des Landschafts- und Gewässerschutzes, Anforderungen der Regionalplanung sowie die von Städten und Gemeinden aufgestellten Flächennutzungs- und Bebauungspläne. Der Korridor sowie der genaue Trassenverlauf einer Fernleitung werden in den Genehmigungsverfahren aufwändig geprüft und festgelegt.

Sollte die Fernleitung gebaut werden, wird sichergestellt, dass die Flächen nach Abschluss der Bauarbeiten wieder genutzt werden können. Die jeweiligen Eigentümer beziehungsweise Bewirtschafter werden für das Leitungsrecht, den Mehraufwand während der Bauphase und für entstandene Ernte- bzw. Nutzungsausfälle entschädigt.

Gewässerqualität der Weser

Bei der Planung der Fernleitung sind selbstverständlich auch die Vorgaben des Wasserrechts zu berücksichtigen. Diese legen u.a. fest, dass es durch die Benutzung eines Gewässers nicht zu einer Verschlechterung der Wasserqualität kommen darf.

Zusammenfassung

  • Kaliproduktion ist – weltweit – nur mit ausreichenden Möglichkeiten zur Rückstandsentsorgung möglich.
  • K+S prüft intensiv neue Entsorgungsverfahren, um die Umwelt weiter zu entlasten.
  • Ob eine Fernleitung an die Oberweser notwendig ist, wird sich im Rahmen weiterer Prüfungen (Zeithorizont: bis 2018) ergeben.
  • Die Genehmigungsverfahren für eine mögliche Fernleitung müssen jedoch – aus Vorsorgegründen – zügig durchgeführt werden.
  • Sollte eine solche Fernleitung gebaut werden, käme es zu keiner Verschlechterung der Gewässerqualität in der Weser.
  • Die Flächen im Trassenverlauf der Fernleitung wären nach Abschluss der Bauarbeiten wieder nutzbar.